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Spannende Frage No° 1 Woran erkennt man einen guten Friseur?

Liebe Leute, um mich hier nicht gleich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen und daraufhin mit negativen Kommentaren beschossen zu werden, möchte ich hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass die von mir beschriebenen Ansichten natürlich nur meine eigene Meinung ausdrücken!

Also was macht denn nun einen guten Friseur aus?
Gehen wir mal ein wenig chronologisch vor!

Außenauftritt und Internetpräsenz

Guter Friseur? Schlechter Friseur? Ja woher soll man das wissen?

Guter Friseur? Schlechter Friseur? Ja woher soll man das wissen?

Als aller erstes, wie finde ich denn nun einen guten Friseur!?

Nach der persönlichen Empfehlung, ist heute das Internet eine der wichtigsten Entscheidungshilfen geworden! Seitdem aber die größte, sowie bekannteste deutsche Bewertungsplattform „Qype“ durch den amerikanischen Konzern „Yelp“ übernommen wurde, kann man auf diese Bewertungsplattform nur noch wenig geben, da Yelp völlig legitime Bewertungen einfach wegfiltert, nur weil diese nicht von Yelp-Power Usern erstellt wurden! Hier kann man dann nur den Rat geben, bei Yelp in den Filter zu schauen!

Aber auch andere Bewertungsplattformen sind nur bedingt geeignet, sich ein wirklich stimmiges Bild zu machen!

Eine professionelle Internetseite ist zumindest ein Indiz, dass ein Friseur sich über seine Außendarstellung positive Gedanken macht! Aber auch hier gibt es wirklich wenige, die eine wirklich professionelle Seite haben, das liegt vielleicht auch am lieben Geld?

Preisgefüge und Mitarbeitermotivation

Für mich ganz klar, mit billigen Preisen wird es durchaus schwierig eine vernünftige Qualität zu generieren!
Denn in einem Friseurgeschäft wo wenig (oft viel zu wenig) für eine Dienstleistung veranschlagt wird, sind die Mitarbeiter in der Regel auch nicht unbedingt gut bezahlt und somit äußerst selten hoch motiviert!
Auch spielt das Thema „Zeit“ eine sehr große Rolle, denn für wenig Knete, hat man natürlich auch sehr wenig Zeit! Schlimm ist auch, viele Friseure haben betriebswirtschaftlich einfach keinen Plan! Da werden Preise nicht kalkuliert, sondern irgendwie fantasiemäßig angesetzt, oder bei der direkten Konkurrenz abgeluschert!
Das führt dann natürlich zu dem großen Problem, dass sich viele komplett unter Wert verkaufen, oder bei zu billigen Preisen ein völlig falsches Zeitmanagement haben! Sich trotz billiger Preise ausführlich mit dem Kunden zu beschäftigen geht nicht! Beschäftigt sich der Friseur dann doch ausgiebig mit dem Kunden, kann man sich sicher sein, dies wird auf Dauer nicht gut gehen!
Auch Fort- und Weiterbildungen kosten viel Geld und es wird mit billigen/günstigen Preisen natürlich auch nicht leichter verdient!
Auch habe ich Euch in meinem letzten Post vorgerechnet, welchen Einfluss die Produktqualität auf die Qualität der Dienstleistung, dem Schutz der Haare, aber auch auf den Preis hat!

Das Zeitthema bleibt heikel!

Wenn wir einen Neukunden eintragen, wird automatisch immer ein großzügigeres Zeitfenster eingeplant!
Hier fängt die eigentliche Sichtung nach der Güte des Stylisten an!
Besonders bei der Farb- und Schnittberatung sollte der Friseur nicht nur ihre Wünsche erfüllen, sondern ihnen die richtige Farbe, nach ihrem Farbtypen empfehlen! Aber auch beim Haarschnitt ist es überaus wichtig sich mit dem Kunden, seiner Gesichtsform, dem Haar und der Haarqualität, aber auch mit den Styling und Pflegegewohnheiten auseinander zu setzen!

Hier spielt natürlich eine entscheidende Rolle, ob sich der Friseur überhaupt genügend Zeit nimmt und Ihnen auch aufmerksam zuhört! Natürlich ist ein aufwendig geschnittener Haarschnitt immer sehr viel zeitaufwendiger! Bei uns wird in der Regel nass geschnitten, dann geföhnt/geglättet und im trockenen Zustand kommt erst die Feinarbeit (personalisieren) des Haarschnitts, Übergänge nachbereiten, Proportionen perfektionieren, denn erst im trockenen sehe ich die wahre Struktur und den echten Fall der Haare!
Denn nasse Haare lügen, erst wenn sie trocken sind, fallen die Haare so wie sie es auch wirklich tun!

Fachwissen und Fachkompetenzen

Ob der Frisur nun über ausreichendes Fachwissen oder Können verfügt, dies ist natürlich für sie als Kunde, erst einmal nicht klar zu erkennen! Aber hier lassen Sie sich einfach von Ihrem Bauchgefühl leiten! Wenn der Friseur sie in die vier Jahreszeiten einordnet um ihren Farbtypen zu bestimmen, ist dies zumindest ein Indiz das dieser Mensch schon länger nicht mehr auf einem Farb- und Typberatungs- Seminar war! Denn die vier Jahreszeiten gelten schon etwas länger als gescheitert, sind aber zumindest nicht die perfekte Art einen Farbtypen zu analysieren! Denn hier werden Menschen in Schubladen gestopft und der Spielraum sich zu verändern ist deutlich begrenzt! Auch stimmen die Farbbestimmungen nicht immer überein, es werden völlig unrealistisch dem Menschen Farben verboten, die ihm bei genauer Betrachtung durchaus stehen könnten! Sicherlich, der eine oder andere wird auch durch die vier Jahreszeiten eine ordentliche Typberatung machen… ob das dann noch zeitgemäß ist…?

Kompetenz Erfahrung Arbeit TagCloud Wörter grafikMan kann aber auch mit gezielten Fragen heraus kitzeln ob der Stylist ein wenig über sein Handwerk Bescheid weiß! Gut ist es, sich seine Meinung immer begründen zu lassen!

Am besten viele W-Fragen stellen… Was, Wieso, Wie, Warum, Weshalb, Wohin, Wie viel, sollte es daraufhin zu Stottern, Stammeln oder gar Schweißausbrüchen kommen, wissen Sie Bescheid!

Beratungs- und Handlungskompetenzen

Dann gibt es da natürlich schon bei der Begrüßung sowie beim eigentlichen Beratungsgespräch ausreichende Möglichkeiten was man als Friseur so alles falsch machen kann!

 

Immer wieder gern gesehen, der Friseur steht hinter Ihnen und redet nur über den Spiegel!? Dann grabscht er ihnen noch ungefragt ins Haar und wuschelt während des Gesprächs unkontrolliert drin rum!?

Prima!

Ein für mich professionelles Beratungsgespräch gehört im Sitzen, in gleicher Augenhöhe und natürlich frage ich den Kunden bevor ich seine Haare anfasse!
Irgendwann lässt sich das über dem Spiegel reden nicht mehr verhindern, aber besonders beim Erstkontakt gehört es sich, das man sich als allererstes vorstellt und einen vernünftigen Augenkontakt herstellt! Und klar sollte ein Friseur erst einmal richtig zuhören können und nicht den Kunden in Grund und Boden labern!

Einordnung

Nun fängt der Friseur an und macht Vorschläge, gibt Anregungen versucht zu helfen!
Schön wenn er es denn macht!
Aber ein guter Friseur sollte seine Meinung stets auch begründen können, es hilf nicht viel wenn dieser ihnen irgendwelche Vorschläge macht, sie aber im Dunkeln lässt, was ihnen diese Veränderungen bringen werden! Auch ganz wichtig, ein Friseur der nur ihre Wünsche erfüllt und ihnen aber nicht ehrlich und direkt seine Meinung kund tut, ist zu keiner Beratung zu gebrauchen!

Quälen sie Ihn, fragen sie ihn Löcher in den Bauch. Es ist völlig legitim sich alles durch Fragen bestätigen zu lassen! Ein guter Friseur wird schon von sich aus bereit sein, seine Meinungen und Ansichten auch erklären zu wollen/können!

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie man viele Menschen mit der einfachen Frage… WARUM? in Stress versetzten kann!

„Warum?“ ist auch meine Lieblingsfrage an meine Azubis!
Es gibt keinen besseren Wecker!

Kundenwunsch

Nicht immer entspricht der Wunsch des Kunden, eine real zu erreichende Möglichkeit! Manche Kundenwünsche sind einfach nicht zu erfüllen, oder z.B. nur wenn man damit die Haare zerstört!
Das muss ein guter Friseur erkennen und dementsprechend ehrlich und sicher kommunizieren und im Zweifel auch entschieden ablehnen!
Seien Sie nicht böse, wenn der Friseur eine Behandlung ablehnt, denn womöglich rettet er ihnen damit ihre Haare!
Willigt der Friseur aber ohne längere Gedanken ein, bereitwillig jede Art von Haarmord umzusetzen, dann können sie sich vorstellen, der will einmal an ihnen, schnell viel Geld verdienen!

Zum Ende

Gibt Ihnen der Stylist auch Tipps, wie sie Ihre Haare zu Hause in den Griff bekommen?

Nein?

Schmiert er Ihnen ungefragt einfach irgendetwas in die Haare, ohne ihnen zu erklären, was es ist, wieso genau das und was genau sie davon haben?

Die meisten Friseurstühle lassen sich drehen, drehen Sie sich um und treten sie ihm kräftig ans Schienbein!

Einige Stylisten sind anscheinend so introvertiert, dass sie sich ganz einfach nicht äußern können, aber seien Sie sich sicher, ein kräftiger Tritt ans Bein heilt diese Einschränkung umgehend!  🙂

Lassen Sie sich nicht einfach irgendetwas in die Haare schmieren!
Es ist Ihr Kopf und es sind Ihre Haare!

Stop!! Was ist das? Was soll das bringen?“ Und viele weitere W-Fragen!

Spätestens jetzt ist er endlich wach und wird Ihnen alles haarfein und brav erklären, ansonsten hilft ein Kick in den Allerwertesten falls das mit dem Schienbein nicht gereicht hat!

Auch die Produktqualität, ist für sie als Kunde durchaus wichtig!

Die meisten Anbieter der ach so tollen und unverschämt teuren friseurexklusiven Produkte findet man in etlichen Webshops.
Friseur-Exklusivität verkommt immer mehr zu einer Floskel!
Inhaltsstoffe wie sie in Spüli und Meister Proper und in jedem herkömmlichen Industriereiniger zu finden sind (dort zum Teil sogar verboten werden), sind leider in den meisten teuren Friseurshampoos enthalten! SLS oder SLES (Sudiom Lauryt, oder Laureth Sulfat) ist eine ziemlich verschriene Tensidart und fliegt bei mir gerade nach und nach aus den Regalen! Aber auch Prabene und PEG´s finde ich überhaupt nicht witzig und auch der immer mehr verbreitete Einsatz von Formaldehyd als billiges, aber krebserregendes Konservierungsmittel finde ich alles andere als lustig! Übrigens ich bin kein Feind von hochwertigen Silikonen, die als Hilfsstoffe durchaus gute Eigenschaften haben… aber wenn dann in dem tollen Haaröl dieses an erster stelle steht und das Arganöl dann irgendwo unter ferner Liefen, dann ist das eher uncool… und ich frage mich was 3% eines Öls, der Rest Chemie, ein Produkt so unglaublich teuer macht!?

Aber auch die Mentalität, vieler geldgierigen Friseurzulieferer, ihre Produkte im Internet verramschen zu lassen, macht mich immer nachdenklicher!
(und mein Geschäft immer schwieriger)

Ich glaube es wird Zeit für eine faire, nachhaltige und bezahlbare Produktlinie, die uns Friseure nicht in den Ruin treibt, Partnerschaft nicht nur vorgaukelt sondern auch wirklich betreibt! Ihr wisst, ich stehe auf Win-Win-Geschäfte! Warum machen wir daraus kein Win-Win²?

„Kosmetikfirma-Friseur-Mitarbeiter und Kunde!“

Auch wenn dieser Aspekt, natürlich weniger Aussagekraft auf die Güte des Friseurs hat, zeigt es ob ihr Friseur sich dusselig, wie viele tausend andere Lämmer, von diesen arroganten Konzernen zur Schlachtbank führen lässt!

Veröffentlicht von Christian Funk

Friseurmeister und Inhaber des Friseursalons Haarchitektur in Lüneburg. Dozent und Prüfer in der Meisterschule der Handwerkskammer Lüneburg (Braunschweig-Lüneburg-Stade). Fachautor, Social Media Experte und Fachtrainer für verschiedene Firmen der Beautybranche.

5 Kommentare

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T.J.W Fechner

Sehr gut und sehr ausführlich beschrieben !!! Gute Reihenfolge, die einzelnen Punkte gut dargestellt…für mich als Stylist nochmal gut um zu sehen, was ich so mache 🙂 Mehr von solchem….

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Eva

Sehr guter Artikel. kann ich alles zu 99% bejaen.
Aber wenn ein Kunde zu mir ins Geschäft kommt, dann setzte ich voraus, dass er einverstanden ist, dass ich seine Haare anfassen werde. :))

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Christian Funk

Naja… es gibt so ein gebot der Höflichkeit… 😉 Aber eigentlich geht es auch darum, das einige Friseure während der Beratung ununterbrochen im Haar des Kunden rumrühren! 🙂

Ich habe es mir angewohnt, den Kunden zu fragen und das kommt immer sehr gut an!

Aber sicherlich ist das jetzt nicht unbedingt das Hauptkriterium um einen schlechten Friseur zu entlarven! 😉

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Regine Tischler

Wo ist das Problem „Darf ich…?“ zu sagen, bevor ich jemanden in die Haare greife?
Ein Dreijähriger Junge hat mir das beigebracht, voll süß, blonde Locken, neugierige Augen.
Ich hab ihm im Vorbeigehen einmal kurz durch die Locken gewuschelt, er blieb stehen und sagte:
„WIESO greifst du mir jetzt auf meine Haare.“
……………….

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