Geheimwissen zum Umgang mit Haarschneidescheren!

Die Frage nach einer guten Schere und, auch das Thema wie gehe ich dann am besten mit ihr um, wie of und vor allem wo lasse ich sie schleifen und wie und wie oft muss man sie Ölen möchte ich dann heute mal etwas genauer angehen!

Auf der Top Hair Messe 2018 intervieweten wir Michael Herzinger, von Herzinger Schneide-Partner, Michael ist bei uns in den Gruppen schon bekannt und fungiert hier oft auch als Experte bei Fragen zu unseren schönen Scheidewerkzeug und beantwortet auch gerne Eure Fragen in den Friseurgruppen „Friseure“ und „Friseure Deutschland“!

Entschuldigt die Windgeräusche, was unverständlich war haben wir mit Untertitel versehen!

Nun zu den so wichtigen Fragen:

Wie oft muss man eine Schere ölen?

Spätestens wenn es quietscht ist ein Ölen der Scheren natürlich angebracht, aber in der Regel ist es gar nicht so wichtig, die Scheren allzu oft zu ölen, da ist eine Reinigung viel sinnvoller! Denn Schnitthaare und Öl können ein Harz miteinander bilden, was die Scheren schädigen kann!

Tipp:

Die Firma Wahl/Moser bietet ein Spray, welches reinigt, säubert, desinfiziert und auch gleichzeitig eine leichte Schmierung bietet! Sicherlich muss man auch damit ab und am mal ein Tropfen Öl nachlegen, aber das verringert sich so auf weniger als einmal monatlich.

Wahl/Moser Blade Ice Spray

Wie stellt man eine Haarschneideschere am besten ein?

Eine Haarschneideschere sollte weder zu fest (nicht gut für Gelenke und Sehnen) aber auch nicht zu locker sein! (Schere schneidet nicht richtig und kann sogar beschädigt werden)
In einem kurzen Video zeigen wir, wie man die Schere am besten einstellt, damit sie weder zu locker, noch zu fest ist!

Woran erkennt man als Laie hohe Qualität einer Schere und was kann ich tun, damit eine Schere möglichst lange hält?

Qualität einer Schere nur von der Optik auszumachen ist wirklich schwierig! Eine richtig sollte Schere muss aus geschmiedetem Stahl bestehen, Stahlqualität ist heute kein Problem mehr. Insbesondere in Deutschland haben wir sehr gute Stahlqualitäten und welche Art Stahl dann für eine Schere verwendet wird, kann man nicht nachvollziehen! Viele große Firmen stanzen nur sogenannte Rohlinge aus Stahlblech und schleifen und designen diese dann schön hin! Mit echter Schmiedekunst hat das Ganze nichts zu tun! Hier bezahlt man eher für Design und Name!

Wichtig ist, sich auf einen Hersteller einzulassen und sich von der Qualität zu überzeugen! Redet mit den Leuten, viel Informationen könnt ihr Euch auch von Michael Herzinger holen!

Michael hat mir aber einige Kriterien genannt, an denen man sich ein wenig orientieren kann!

(bitte Bilder anklicken um die Erklärung lesen zu können!)

Wie erhalten wir unsere schönen Schneidegeräte möglichst lang am Leben?

Typische Fehler die ein Scherenleben verkürzen:

 Scheren offen hinlegen und nicht zurück ins Etui oder in den Kasten tun

 Scheren fliegen auf dem Boy lose herum und die Gefahr, dass sie fallen ist so viel größer, auch können sie dann aufgehen (siehe Punkt eins)

 Keine regelmäßige Reinigung und Pflege, Öl und Schnitthaar bilden einen stabilen Harz, welcher die Scheren verklebt, schwergängig macht und sogar die Materialoberfläche angreifen kann

 Zu fest oder zu locker gestellte Schraube – durch höheren Verschleiß und überspringen (umknicken) werden Scheren geschädigt

 Der Mythos das Scheren es nicht gut vertragen, wenn unterschiedliche Friseure mit ihnen schneiden, wurde mir auf Anfrage bei Michael Herzinger leider bestätigt! Jeder Mensch führt beim Schneiden einen unterschiedlichen Druckpunk auf das Schneidegerät. Eine Schere stellt sich sozusagen auf den Friseur ein, kommt da dann ein anderer mit einem ganz andere Druck ist das nicht gut für die Schere, sie wird schneller stumpf! Dies ist übrigens auch der Grund, warum Azubischeren schneller stumpf werden, sie haben noch keinen gleichbleibenden Druckpunkt!

Wie oft sollte eine Schere nach geschärft werden und wie oft kann man das machen lassen?

Beide Fragen hängen natürlich hauptsächlich mit der Qualität der Scheren zusammen, aber auch damit, wie der Friseur mit seinem wichtigsten Werkzeug umgeht! Geschmiedeter Stahl hat eine deutlich höhere Dichte, als gewalztes und gestanztes Stahlblech, welches dann nur schön hin geschliffen wird!

Optisch ist das schwer zu unterscheiden, aber eine handgeschmiedete Schere erkennt man z.B. an der nicht perfekten Oberfläche. Man kann sozusagen jeden einzelnen Hammerschlag sehen! So eine Schere wird dann auch nicht so schnelle stumpf, weil die höhere Dichte auch der Schneide eine bessere Stabilität verleiht! In der Regel müssen die Scheren alle 1 – 2 Jahre geschärft werden, das kann man bei Qualitätsscheren bis zu 20-mal wiederholen! Bei billigen Scheren lohnt sich das Schleifen oft gar nicht!

Tipp:

Scherenschleifer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, jeder “Horst” kann sich Scherenschleifer nennen, Geschichten von Scheren die stumpfer wieder zurückkommen sind nicht selten mir selbst sind schon mehrere Scheren von schlechten Schleifern zerstört worden, eine Reklamation ist in so fern schwierig, da diese Leute behaupten, das die Schere schon zuvor kaputt war!

Eine Qualitätsschere sollte auch stets von einem erfahrenen Schleifmeister geschärft werden!

Falls die Schere ein Defekt z.B. durch Stürze aufweist, wie oft kann man so etwas reparieren lassen?

Auch hier ist natürlich die Qualität der Scheren maßgebend, wie viele Leben eine Schere hat und natürlich auch, wie schwer der Schaden ist! Fakt ist, nach jedem Schliff (nicht schärfen) geht ein wenig von der Substanz der Schere verloren. Irgendwann ist nicht mehr ausreichend übrig und die Schere lässt sich nicht mehr feststellen oder funktioniert einfach nicht! Je nach Qualität der Schere und Schadenstärke kann man eine Schere ca. 3-7-mal schleifen lassen!

Tipp:

Auch hier sollte man immer darauf achten, wem man seine Schere zum Schleifen überlässt!

By | 2018-05-08T10:18:01+00:00 8. Mai 2018|Allgemeines, Tipps & Tricks|0 Kommentare

About the Author:

Friseurmeister und Inhaber des Friseursalons Haarchitektur in Lüneburg. Dozent und Prüfer in der Meisterschule der Handwerkskammer Lüneburg (Braunschweig-Lüneburg-Stade). Fachautor, Social Media Experte unabhängiger Fachtrainer, Choach & Berater, Seminarleiter für die Beautybranche.

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