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„Reizthema Beratung“! Warum werden Kunden immer wieder falsch oder gar nicht beraten?

Wie Ihr Euch vielleicht denken könnt, sehen auch meine Beratungsgespräche das eine oder andere Mal etwas anders aus als sich das der Standard-Kunde und die meisten Friseure vielleicht vorstellen.
Oft habe ich meine ganz eigene Art auf Kundenwünsche und Beratungssituationen einzugehen. Denn  mein Credo ist, eben nicht dem Kunden jeden Wunsch  erfüllen, sondern hier fängt doch das eigentliche Beraten an!? Am liebsten sind einem diese Kunden, die wünschen:
„Spitzen schneiden, aber bitte nur 1 cm!“ Keine Stufen und am liebsten nichts verändern, wollen aber flott und ganz anders ausschauen!

Danke… ich fange Fliegen auch mit dem Hintern und der Zauberstab steckt auch noch drin!

Was meiner Meinung nach da nur hilft, klare und ehrliche Worte, auch wenn´s weh tut!
Dann gibt es Kunden, die kommen neu zu mir, weil sie ja von einer Freundin zu mir empfohlen wurden , wollen dann aber partout keine Veränderung und ich soll den gleichen Schronz machen, den auch schon ihr alter Friseur verzapft hat!? Auch hier hilft nur ein klarer und ehrlicher Umgang! Mittlerweile frage ich die Kunden dann schon, ob sie meine ehrliche Meinung hören wollen, nach einem „JA“ bekommen sie dann meine ehrliche Meinung… upps! Dabei gehört natürlich viel Fingerspitzengefühl dazu, in „welchen“ Tonus ich mit „welchem“ Kunden schnacke, das kann humorvoll – spaßig, aber mit einigen Kunden auch recht nüchtern und mit wenig Emotionen geführt werden.
Eigentlich völlig egal, wenn man bei heiklen oder auch schmerzvollen Themen immer schön freundlich bleibt, klappt das schon! Man sollte dem Kunden dabei auch vermitteln, dass man es ja nur gut mit ihm meint! Und einen gewissen Respekt vor dem Menschen, seinen Wünschen und Vorstellungen, seien sie auch falsch, sind immer wichtig ,dies fördert Vertrauen. Arroganz oder Überheblichkeit gehören hier nicht hin!

Wobei ich mir den Spruch meistens nicht verkneifen kann! Kunde hat Bild dabei: „So will ich aussehen!“

„Sorry, Gesichtschirurgie machen wir leider nicht…“  🙂

Im schlimmsten Fall (nicht belehrbar) schicke ich die Kunden unverrichteter Dinge wieder nach Hause, entweder denken sie über meine Worte nach oder sie lassen sich weiter von ihrem alten Friseur verunstalten!

Mensch Funki, das geht doch nicht?

Ehrliche Beratung ist das wichtigste

Ehrliche Beratung ist das wichtigste

Klar, das geht prima! Was glaubt Ihr, wie viele Kunden nach meinen zum Teil klaren (schmerzhaften) Worten bleiben und dankbar sind oder gehen!? 99,9% bleiben und sind danach glückliche Stammkunden, die mir einen Haufen neue Kunden schicken! Und das ist bei genauer Betrachtung auch ganz  logisch!

Angenommen ich mache das, was die Kunden wünschen!?

Kundin bekommt den gleichen „Haarshit“ von mir geliefert, den sie (weil sie es so will und auch nicht besser weiß) von ihrem oder anderen Friseuren verzapft bekommt!? Dann föhne ich den Dreck vielleicht auch noch nett hin, (wobei meine Föhntechniken nicht gerade ausgeprägte Fregattenfrisuren beinhalten, denn ich bin klar der Meinung, der Schnitt macht die Frisur. Das Styling soll die Kunden nur unterstützen und das muss sie auch zu Hause so oder so ähnlich hinbekommen). Die Kundin schwebt mehr oder weniger glücklich aus dem Laden und denkt spätestens nach der ersten Haarwäsche,

„Toll, ich sehe ja aus wie immer, da brauch ich nicht mehr hin!“

Verstanden? Wo bleibt da der Langzeitnutzen für mich oder dem Kunden?

Ich stehe nur auf langjährige Engagements. Kunden die nur einmal und dann nie wieder zu mir wollen, bringen mir nur einmal etwas Knete und der Win-Win-Effekt bleibt auf der Strecke! Scheiße noch mal, ich bin viel zu teuer um die gleiche Grütze zu machen, die viele schlechte Friseure in Deutschland verzapfen!
Warum sind denn nach neuesten Auswertungen so viele Kunden (über 60%) unzufrieden beim Friseur!?

Mangelnde Kommunikation! Mangelnde Kompetenz! Mangelndes Selbstvertrauen!

Zu hohen Preisen gehört nun mal auch das passende Selbstvertrauen. Zu einem hohen Selbstvertrauen gehört ausgeprägte Kompetenz! So funktioniert das Spiel und nur so kann ich mit meiner Arbeit selbst zufrieden sein und nur so kann ich zufriedene Kunden generieren! Auch ist es ein riesen Problem, das Kunden und Friseure eine unterschiedliche Sprache sprechen! Wenn der Friseur kein „Kundisch“ spricht und versteht, dann kann es in einem Beratungsgespräch nur zu babylonischen Problemen kommen! Was aber nicht heißen soll, den Kunden zu seinem Glück zwingen. Einfach „Dein Ding“ durchziehen und dem Kunden trotz anderer Absprachen die passende Frisur verpassen weil man (evtl. gerechtfertigt) der Meinung ist, das sieht so besser aus, bezeichne ich als „TODSÜNDE“.Das kommt einem Vertragsbruch gleich! Dann lieber den unbelehrbaren Kunden wegschicken! Punkt!

Genauso schlimm ist es, dem Kunden die Wunschfarbe zu machen, auch wenn sie nicht dem Farbtyp des Kunden entspricht. Nur um  Kundenwünsche zu erfüllen oder sich  bei Farb- und Strähnarbeiten auf Ziele einzulassen, die nicht oder nur auf Kosten der Haarstruktur erreichbar sind. Auch hier gebe ich mit einem klaren „NEIN“ meine Meinung deutlich an den Kunden weiter!

Dazu schaut mal das schöne Video von Daniel Golz an! 🙂

Eine ehrliche Typberatung, Farbwahl, Farbempfinden und auch welche Farben zu dem Typen passen sollten keine Geheimnisse bleiben! 

Das nenne ich Beratung! Kompetent, selbstbewusst und weisend!

Sicherlich gehört zu so einem Auftritt Sicherheit. Diese Sicherheit erhält man automatisch, wenn man sich genügend Fachwissen aneignet und dies bei seiner Arbeit gewinnbringend einbringt. Da sind wir dann bei den Kompetenzen, diese muss ich mir erst mal erarbeiten!

Tolles Arbeitsmaterial gibt es dafür und den Anfang macht man, wenn man meinen Blog liest! 😉

Schlimm ist auch, „Verkaufen nur um zu Verkaufen“!
Auch hier gibt es kein „Win-Win-Effekt“, der Kunde muss bei dem von mir empfohlenen Produkt einen klaren Nutzen haben, dann wird er es immer wieder kaufen. Erst dann fange ich an, an diesem Produkt Geld zu verdienen und das auch noch mit einem guten Gewissen! Auch weise ich die Kunden auf die Ergiebigkeit der Friseurprodukte hin. Impfe ihnen deutlichst ein, wie wenig sie wovon, wohin und genau wie sie es sich in die Haare bringen! Der Irrglaube, „Hach, wenn sie immer schön viel davon verwendet, muss sie es auch öfter kaufen“ ist sowas von zu kurz gedacht!
Denn, wenn ich an meine eigene Situation denke, ich persönlich wäre viel zu geizig mir jeden Monat ein Shampoo für über 15,-€ zu kaufen. Bei meinen kurzen Haaren komme ich 3-6 Monate damit aus! Und schon wieder sind wir bei einem „Win-Win-Geschäft“ und nur wenn der Kunde die tollen hochwertigen Produkte immer wieder kauft und vielleicht sogar weiter empfiehlt, fange ich wirklich an, an dem Produkt zu verdienen!

Zum Schluss ein paar Regeln!

  • Beratung immer sitzend auf Augenhöhe, dem Kunden zugewandt!
    Beratung

    Beratung

     

  • Kunden im Redefluss nicht unterbrechen, zuhören!
  • gezielte Fragen stellen!
  • ehrlich und mit klaren Worten die Profi – Meinung ausdrücken,   für um den „heißen Brei“ herum Gerede, kann sich kein Kunde etwas kaufen!
  • Meinungen und Vorschläge stets begründen, der Kunde muss wissen, was ihm diese Veränderung bringt, dann lässt er sich auch leicht überzeugen.
  • kein Fachchinesisch, wenn, dann auch bitte immer auf Kunden-Deutsch übersetzen!
  • Vorsicht beim Haarschnitt: 2 cm (vom Kunden) und 2 cm (vom Friseur) können sich zum Teil sehr voneinander unterscheiden, immer zeigen lassen! Evtl. der Kunden vorne vor der Schulter zeigen lassen.
  • zum Abschluss, alle Absprachen und Behandlungswünsche wiederholen und von der Kundin bestätigen lassen!

So kommen sie effektiv an´s Ziel und Missverständnisse werden schon im Keim vermieden!

Bratungsphase

Bratungsphase

 

 

 

 

 

 

 

 

Beraten lernen!? Fu|Lo Seminare bieten die ultimativer Hilfe!  🙂

 

 

Veröffentlicht von Christian Funk

Friseurmeister und Inhaber des Friseursalons Haarchitektur in Lüneburg. Dozent und Prüfer in der Meisterschule der Handwerkskammer Lüneburg (Braunschweig-Lüneburg-Stade). Fachautor, Social Media Experte und Fachtrainer für verschiedene Firmen der Beautybranche.

10 Kommentare

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Anonym

Kannst du auch in einem angenehmen Deutsch schreiben. Das was du da schreibst ist ja nicht verkehrt, aber jedes 2.Wort ist Dreck,Shit,Scheiße,Grütze. Ob du ein Vorbild als Dozent bist mag ich sehr bezweifeln. Ich weiß du denkst das du cool damit rüberkommst. Ich kann dir nach meiner und der Meinung vieler Kollegen klar sagen, Du tust es nicht,ganz im Gegenteil du machst dich mit deiner Art zu schreiben voll zum Affen.

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Christian Funk

Hallo, erst einmal finde ich es immer wieder richtig mutig, wenn Menschen so aussagekräftig, die Arbeit anderer kritisieren! Das zeugt von Kreativität und einem großem Mitteilungsbedürfnis! Das ist doch was „Schönes“, nur ist es immer wieder zweifelhaft, wenn dieser es dann anonym tut! Ja, ich weiß, das macht es dann so leicht seine Meinung zu vertreten!

Der Beitrag besteht aus 1149 Worten, in diesen stecken je, ganze 1 mal Dreck, Shit, Scheiße, und Grütze ich habe mir auch noch die Mühe gemacht, nach anderen „schlimmen Worten“ zu suchen… konnte aber leider keine weiteren entdecken!

Anscheinend neigen wir etwas zu Übertreibungen?

Es gibt soo viel zu lesen, eigentlich alles in hochtrabendem Journalistendeutsch, wie langweilig!
Das ich anders schreibe, ohne zu künsteln oder mich zu verstellen, dies tue ich mit purer Absicht, denn auch im wahren Leben bin ich nicht so viel anders!

Ich nenne meinen Schreibstil, „Handwerksdeutsch“ und ich will das meine Leser nicht nur einfach einen stumpfen und langweiligen Text zu lesen bekommen, sie sollen auch mal Schmunzeln oder gar Lachen können!
Das scheint zu funktionieren…
Denn immer hin habe ich gerade wieder eine Schallmauer durchbrochen, über 27 000 Leser in nur einem 3/4 Jahr!
(Was hast Du vorzuweisen?)
Tausende von Like´s und sehr netten Kommentaren auf Facebook, Aussagen wie,
(kleine Auswahl einiger Kommentare aus den Friseurgruppen bei Facebook, nur zu diesem Artikel)

„Du schreibst mir aus der Seele“,
„Toll geschrieben! Bestätigt mich in meinem immer wieder vorkommenden klaren „NEIN“ ,
“ Danke super geschrieben ich arbeite seit Jahren schon so manche gucken echt blöd aber wenns die Wahrheit ist“ “
„Es macht Spaß deinen Blog zu lesen, mehr davon.“

Also anscheinend gibt es viel Menschen, die das und vor allem wie ich schreibe, sehr schätzen und mögen…
Von Anfang an war mir klar, dass nicht alle Menschen meinen Stil oder das was ich so Schreibe mögen werden, das es aber so viele sind die es geradezu lieben, begeistert mich!
Dass es da einem Feigling, der anonym seine Meinung kund tun muss, nicht gefällt… shit happens!
Vorschlag; lese es doch einfach nicht, dann musst Du Dich über mein „unangenehmes Deutsch“ nicht aufregen!

Zu meiner Arbeit als Dozent:
Auch hier mache ich einen spaßigen und äußerst lustigen Unterricht,regelmäßig schaue ich bei meinem Unterricht in lachende Gesichter, aber ich rege auch zu Diskussionen an und bin zu weilen auf Krawall gebürstet und leicht angreifend! Ja, ich verwende auch in meinem Unterricht zum Teil das eine oder andere „schlimme Wort“

Warum? Weil Menschen, die Spaß an etwas haben, viel aufgeweckter sind und erwiesener maßen, besser Lernen und Behalten! Noch besser, wenn sie sich aufregen und über etwas diskutieren!
Auch hier fühle ich mich, seit Jahren durch extrem guten Benotungen, durch meine Schüler bestätigt!

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Mellie Chaari

Oh Oh da spricht aber der blanke Neid Antonio 😉 Macht nichts, vielleicht bist du auch irgendwann an der Reihe das man dich hört!
Ich könnte mich gerade echt kaputt lachen! Da liest du einen hoch anerkannten Blogger und machst dich öffentlich total zum Depp…. Sorry aber ih konnte mir dieses Kommentar nicht verkneifen!

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Anonym

Meine name ist Antonio carucci aus Mannheim, und ich finde auch sehr schlecht und zu arrogant, wie Sie schreiben, na problem???

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Christian Funk

Lieber Antonio, vielen Dank für Dein Feedback, nein absolut überhaupt kein Problem! Ganz im Gegenteil, ich habe nie erwartet, das alle Menschen meine Art zu schreiben, mögen würden! Das war auch niemals mein Anliegen. Wenn Du findest, das meine Schreibweise arrogant rüber kommt, ist das für mich völlig OK… ich habe mich halt für diese Art zu Schreiben entschieden, so dringe ich in Köpfe und polarisiere und denke, das mein Erfolg mich bestätigt! Und wie ich schon einem anderen Kritiker schrieb, es gibt so viel langweiligen Kram zu lesen… da wollte ich nicht anschließen! 😉

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Sylvana

Hey Christian ,
Toll geschrieben. Beim Lesen konnte ich dich vorlesen hören. Wenn man dich kennt dann ist das wie aus deinem Mund geschrieben. Du begeistert zum weiter lesen. Klasse. Danke für deine Erfahrung die du weiter gibst. Dieser Bericht spricht mir aus der Seele !
Weiter so!

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Okcu

Hallo Christian,
ich muss dich auch loben es ist spanend deine Texte zu lesen,
Du bringst es auf den Punkt.
Weiter so👍

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Hermann Wiezorek

Lieber Christian, beim Lesen zum Thema Haarschnitt wollte ich eigentlich auf einzelne Punkte eingehen. Deine fachliche und psychologische, sowie verkaufstrategische und bestimmenden Art kann ich ausnahmslos unterstützen.
Den meisten Friseuren/innen und Meister/innen fehlt einfach die handwerkliche Sicherheit, um so zu agieren. Ich erwarte von einer Fachkraft, dass sie ohne den Kundenwunsch zu kennen, mit einer perfekten Beratung überzeugt. Ich höre als Kompliment (OK, meisten Männer) lieber das Wort „perfekt“ als: „Hat ´se aber gut gemacht!“
Ich kann für mich persönlich garantieren, dass ich niemals einem Kundenwunsch nachgeben würde, wenn ich eine bessere „Idee“ am Kopf einer Kundin ausführen kann.
Die meisten Friseure können eigentlich gut beraten. Weil dann die Ausführung fehlerhaft ist, kommt die Kundin zu dem Entschluss: Die Friseurin hat mich nur nicht verstanden. Wann verstehen Kunden eigentlich endlich mal, dass 90 % nicht Haare schneiden können?
Lasst uns daran arbeiten!
Die meisten Friseurinnen und Friseure (einschließlich Meister) mit Abschluss sind genauso schwach, wie die so genannten Stylisten. Diese friseurberuflichen Analphabeten sind keine 5,– Euro Wert.
Eigentlich wollte ich dem Christian Funk nur eine Zeile schreiben; aber wie das so ist, steigert man sich als Friseur mit Leib uns Seele in dieses Thema emotional rein. Hoffentlich bin ich hier „Keinem“ zu nahe getreten.

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