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Die dumme Frisöse… alles nur ein Gerücht?

Immer wieder hört man von der doch so dummen Frisöse, die blond und blöde am Abend wartet, das der Manny sie mit dem Manta abholt!?

Sicherlich, gibt es immer jene, die dieses Klischee entsprechen, aber sogar ich habe schon Menschen mit genau jener Ausstrahlung getroffen, die waren aber nach genauer Betrachtung alles andere als blöde, sondern haben dies ihr halbes Leben lang, schon angefangen bei den Eltern, später von nem saublöden Lehrer und ganz viel später vom (Arschloch)Lebensabschnittsgefährten, eingebläut bekommen, so das sie dies dann irgendwann selbst glaubten!

Nach dem ich mit denen fertig war und den Kopf und insbesondere den Staub aus dem Gehirn gewaschen habe, gezeigt habe, wie man denn lernt, waren diese Menschen dann wie verwandelt! Rums die Bums, schlau wie der liebe Gott sie eigentlich geplant hatte, wuchsen sie mehr als deutlich über sich hinaus!

Aber wieder zu mir, weil so schön anschaulich! Schon in der Berufsschule und auch in meiner späteren Ausbildung zum Friseurmeister, wurde ich von meinen Mithäftlingen oft gefragt, „Sag mal hast Du ein photografisches Gedächtnis?“

Haarchitektur-Blog

Nööö…, ich bin bevor ich meine Berufung als Friseur und  Schlauscheißer, in der Meister- prüfung bzw. schule gefunden habe, nicht gerade durch übermäßige gute Schulnoten aufgefallen! Wenn ihr hört, zu welchem Schulabschluss ich es damals gebracht habe, werdet ihr Euch wundern.

Schon vor der Beendigung eines einigermaßen ordentlichen Hauptschulabschlusses, habe ich recht schnell meinen Berufswunsch für mich entdeckt! Aber schon in der Grundschule kämpfte ich als legasthenischer Grenzfall mit der deutschen Sprache, der Rechtschreibung und noch heute mit der bösen Grammatik, auch meine Aussprache war schlimm, heute werden Kinder zur Logopädie geschickt, bei mir interessierte dies kaum, bestenfalls gab es für falsche Aussprache was hinter die Ohren! Ich war als Kind und Jugendlicher dann auch selten ehrgeizig und leider mehr mit meiner familiären „Situation“  beschäftigt! Die familiäre Situation führte auch nicht gerade dazu, dass wir Kinder besonders gefördert wurden! Hatte man gute oder schlechte Noten, war eigentlich, ziemlich egal! Drum lasse ich Sprüche wie, „Ach der Arme hatte ja so eine schwere Kindheit“ rein gar nicht gelten, irgendwann übernimmt jeder für sich die Verantwortung… basta!

Dumm
Aber ich habe schon immer viel, sehr viel gelesen und habe mich oft in diese fiktiven Welten zurückgezogen und mich vielleicht auch hierdurch mit der Sprache und dem Schreiben angefreundet, auch habe ich mir vieles was mir an Schulbildung verwehrt blieb, selbst angeeignet !

Das Hauptproblem, das sehe ich auch immer wieder bei meinen Azubis, sie denken sie wären dumm, denn alles was sie lernen vergessen sie  recht schnell wieder! Seltsamerweise, wenn ich dann mal jemanden Nachhilfe gebe, können sie sich nach einer gewissen Zeit tatsächlich immer mehr merken und können dieses Wissen nach einiger Zeit auch verstärkt und dauerhaft abrufen.

Warum ist dies so?

Weil viele nicht wissen wie man lernt! Und alles was man nicht kann, macht auch kein Spaß, dabei ist das Gehirn eigentlich nicht viel anders als ein Muskel, dieser muss um Leistungsfähig zu sein, auch stetig trainiert werden. Bei mir ist es zumindest schon immer so gewesen, das ich mir Dinge, die mich sehr interessiert haben, bedeutend besser merken konnte. Und wer jetzt kein Interesse an seinem Beruf hat, sollte sich einen anderen suchen!

Aber wenn Ihr kompetent und als Profi Euren Beruf ausüben, fachlich und erfolgreich beraten und ausbilden wollt, müsst Ihr selbst dafür sorgen, Euch diese Kompetenzen zu erarbeiten. Besonders im Bezug auf Lernen und Wissen aneignen, wird Euch rein gar nichts geschenkt!
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Dabei ist es wie mit dem Sport… jeder der mal angefangen hat zu Laufen oder eine andere Ausdauersportart betrieben hat, weiß wie mühselig es am Anfang war. Irgendwann klappt es dann wie von selbst und man kann ohne diesen Sport nicht mehr leben.

Genauso ist es auch mit dem Lernen und aneignen von Kompetenzen!

Mein Spruch an meine Azubis: „Können reicht nicht, man muss auch Wissen!“

Eigentlich ganz logisch, ich kann mit den tollsten Fertigkeiten ausgestattet sein, wenn ich aber eigentlich gar nicht weiß was ich da so mache, kann es eigentlich nur in die Hose gehen! Aber besonders bei dem Thema Beratung, Farbanalyse, Behandlungsempfehlungen, Haut- und Haarbeurteilung sieht man ohne ausreichendes Fachwissen, schnell ziemlich alt aus!

Nun ist es aber meistens so, dass man sich entweder unter- oder überschätz! Denn sich richtig einzuschätzen und ausreichende Selbstreflexion ist eine schwierige Sache! Aber versuchen sie doch mal ehrlich mit sich ins Gericht zu gehen! Denn folgendes Wissen bedarf es bei einer professionellen Beratung!

  • Farbkreis, Komplementärfarben, Mischfarben erster und zweiter Ordnung)
  • Anatomie (Aufbau Haut und Haar insb. Haut- und Haarschichten, Feinbau der Haare, Haut- und Haaranomalien, Haarausfall insb. Gründe für Haarausfall und unterschiedliche Haarausfallarten, Wachstumsphasen der Haare, Haarstärke, Haarquerschnitt, Bestimmung der Kopfhautbeschaffenheit )
  • Warenkunde (kennen Sie Ihre Pflege und Stylingprodukte insb. Inhaltsstoffe, unterschiedliche Polymere und Alkohole, unterschiedliche Tensidarten, unterschiedliche Pflege und Wirkstoffe, angewendete Säuren, Alkalien und Silikone, Schad- und Giftstoffe in Kosmetikprodukten, Wirkprinzipien und am wichtigsten; was können und machen die Produkte überhaupt)
  • Bestimmung des Farbtyps (Hautfarben-Bestimmung, kalte und warme Farben, Hautbild, Bestimmung des Naturtons und des Weißanteils, Zuordnung  der Augenfarbe)
  • Allgemeinwissen (Farbkarte, Farbmischung bei fehlenden Farben, insb. Quermischen, Nummerssystem des Farbherstellers, Mischrechnung, Bestimmung der H²O²-Stärke insb. welche H²O²-Konzentration bei welchem Färbeziel, Naturpigmente und Verhalten bei der Aufhellung)Immer wieder hört man von der doch so dummen Frisöse, die blond und blöde am Abend wartet, das der Manny sie mit dem Manta abholt!?Das sind nur die wichtigsten zum Grundwissen gehörenden Punkte, die man als professioneller Stylist und nicht nur als Friseurmeister wissen sollte! Nur mit diesem Wissen kann ich selbst- und dem Kunden gegenüber -verantwortungsbewusst beraten und die entsprechende Behandlung empfehlen!Man sieht hier ganz deutlich, so können Sie sich von der „dummen“ Frisöse“ distanzieren und sich mit ihrem Profiwissen von vielen miesen Friseuren abheben. Aber letztendlich gehört anfangs ein wenig Arbeit dazu, um sich dieses Wissen und somit die nötigen Kompetenzen anzueignen.

Veröffentlicht von Christian Funk

Friseurmeister und Inhaber des Friseursalons Haarchitektur in Lüneburg. Dozent und Prüfer in der Meisterschule der Handwerkskammer Lüneburg (Braunschweig-Lüneburg-Stade). Fachautor, Social Media Experte und Fachtrainer für verschiedene Firmen der Beautybranche.

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